PraxisbeispieleCorona

Wie die Stromnetz Berlin GmbH die letzten Monate erlebt hat

Andreas Haupt von der Stromnetz Berlin GmbH berichtet über die Erfahrungen aus den letzten Monaten und veränderte Arbeitswelten.

Portrait Andreas Haupt

Andreas Haupt, HR Direktor und Prokurist der Stromnetz Berlin GmbH. Quelle: Stromnetz Berlin GmbH

Wie hat die Stromnetz Berlin GmbH auf die Corona-Krise reagiert und welche Maßnahmen wurden ergriffen, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern eine veränderte Arbeitsorganisation zu ermöglichen? Für das Unternehmen, welches für das Berliner Verteilungsnetz verantwortlich ist, gab und gibt es nicht für alle der 1.285 Beschäftigten die Möglichkeit, aus dem Homeoffice zu arbeiten. Nur etwa ein Drittel der Beschäftigten hat üblicherweise einen Büroarbeitsplatz. Der Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist im gewerblich/technischen Bereich beziehungsweise Außendienst tätig, also viel an den verschiedensten Orten der Stadt unterwegs. Hier wurden zu Beginn der Corona-Pandemie bestimmte Tätigkeiten, die engen Kundenkontakt erfordern, nur eingeschränkt oder gar nicht ausgeführt, wie zum Beispiel die Montage von Stromzählern. Andreas Haupt, HR Direktor und Prokurist der Stromnetz Berlin GmbH, berichtet außerdem, dass arbeitsorganisatorische Abläufe geändert wurden, beispielsweise durften die Beschäftigten nur allein im Dienstwagen zu ihren Einsatzorten fahren und in allen Fachbereichen wurden die Teamrunden mit dem Lockdown ausschließlich online durchgeführt.  

„Die größten Herausforderungen für Führungskräfte sind momentan das Arbeiten im Homeoffice und die Kontaktbeschränkungen zum Team, zu anderen Managerinnen und Managern, den Beschäftigten und Bewerberinnen und Bewerbern“, erläutert Andreas Haupt. Bei der Arbeit mit Menschen ist es wichtig, den persönlichen Kontakt zu suchen und sich auszutauschen. „Recruitingprozesse sind durch Videocalls erschwert sowie Verhandlungssituationen, zum Beispiel mit dem Betriebsrat“, resümiert Andreas Haupt. „Der persönliche Austausch fehlt auf Dauer einfach, doch ich gehe fest davon aus, dass es in der Zukunft verstärkter virtuelle Meetings geben wird, wenn auch nicht ausschließlich.“  

Kommunikation der Teams

Viele Beschäftigte der Stromnetz Berlin GmbH konnten in dieser Zeit noch umfangreicher ihre flexiblen Arbeitszeiten nutzen, um sowohl ihre Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen als auch ihrer Arbeit nachzugehen. Ergänzend besteht eine Kooperation mit dem PME Familienservice, wo Eltern beziehungsweise Angehörige Unterstützungsangebote bei der Kinderbetreuung und Pflege in Anspruch nehmen können.

Die eingeschränkte Kommunikation innerhalb und zwischen den Teams durch den fehlenden Austausch im Büro ist allerdings herausfordernd. Um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Situation im Homeoffice zu erleichtern, wurden die Führungskräfte vorbereitet, mit ihren Teams zu kommunizieren, regelmäßige Termine zum Austausch anzubieten und aufeinander achtzugeben. Um den Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice aufrecht zu halten, gibt es zum Beispiel Angebote zu virtuellen Kaffeerunden und es wurden weitere Kommunikationskanäle erschaffen, um sich auszutauschen. Weiterhin erhalten die Beschäftigten von der Geschäftsführung regelmäßig Informationen zur aktuellen Lage und es gibt begleitend dazu Informationen über das konzernweite Intranet. Die IT wurde in kürzester Zeit verbessert und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden Onlineschulungen zu den Tools angeboten. Es werden präventive und ganzheitliche Online-Gesundheitstrainings durchgeführt sowie regelmäßig Gesundheitsimpulse über Newsletter verteilt.

Flexible Arbeitszeitgestaltung

Bei Stromnetz Berlin wurden mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Arbeitsorganisation an den Standorten so zu verändern, dass die Arbeitsfähigkeit in den Büros wiederhergestellt wird. Aufgrund der Abstandsregelungen gibt es eine maximale Auslastung von 50% an den Standorten und die Hygienemaßnahmen werden umgesetzt. An alle Beschäftigten wurden zum Beispiel Mund-Nasen-Schutz-Masken verteilt.

„Besonders die flexible Arbeitszeitgestaltung hat das Handling der Krise erleichtert“, berichtet Andreas Haupt. Zudem wurde durch eine Verabredung mit dem Betriebsrat Homeoffice ohne zeitliche Begrenzung – unter Berücksichtigung des Arbeitszeitgesetzes - ermöglicht.  „Jetzt wird darüber gesprochen, ob auch auf Dauer die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens ausgeweitet werden können. Für die Zukunft gehen wir sicher mit guten Erfahrungen aus der Corona-Pandemie in die Gespräche, doch auf manches wollen wir bald auch gerne wieder verzichten, wenn die Situation es zulässt“, stellt Andreas Haupt fest.

 

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