Corona

Vereinbarkeit als zentraler Erfolgsfaktor in 2021

Was wir aus dem Pandemiejahr 2020 gewiss als Learning mitnehmen können: Vereinbarkeit hat sich auch in Krisenzeiten als ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen und Familien erwiesen. Neben vielen schlechten Nachrichten durch das Pandemie-Geschehen blicken wir auf zahlreiche positive Lerneffekte, mit denen Unternehmen der Krise begegnet sind. Die wichtigsten Tipps für die betriebliche Praxis aus dem Jahr 2020 lesen Sie in diesem Beitrag.

Leuchtturm

Ein Leuchtturm in Krisenzeiten. Quelle: unsplash.com/Jordan Crawford

Der erneute Lockdown bis zum 10. Januar stellt Eltern und Arbeitgeber wieder vor große Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um in der Unsicherheit des Krisengeschehens mehr Verbindlichkeit und Sicherheit zu schaffen, braucht es eine familienbewusste Haltung in Unternehmen, die die Bedürfnisse berufstätiger Eltern und pflegender Angehöriger adressiert. Konkret bedeutet dies, aktiv auf eine gemeinsame Suche nach Lösungen zu gehen und die Maßnahmen flexibel und stetig der neuen Situation anzupassen – z. B. durch frühzeitige Gespräche über mögliche Einschränkungen in Schule und Betreuung, ohne dass gleich der neue Jahresurlaub genommen werden müsste. Krisen sind meist eine Belastungsprobe für die Unternehmenskultur. Wer sich nicht schnell und wirksam auf die neue Situation einstellt, läuft Risiko, nachhaltigen Schaden zu nehmen. Essentiell erscheint deshalb eine regelmäßige Kommunikation der Unternehmensleitung. Notwendig macht dies das dynamische Pandemiegeschehen mit veränderten Regelungen, die häufig insbesondere berufstätige Eltern betreffen.

Diese familienbewusste Haltung haben einer Studie der PROGNOS AG zufolge im Jahr 2020  viele Unternehmen an den Tag gelegt: Demnach haben sich Unternehmen in der Krise ganz überwiegend als hilfsbereite Verantwortungspartner der Eltern bewiesen. Zwei Drittel der Unternehmen wurden von ihren Beschäftigten zur Kinderbetreuung angesprochen und haben mit ihnen Lösungen entwickelt. Drei Viertel der Eltern, die das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber suchten, wurde nach dem Gespräch geholfen. Diese guten Erfahrungen schaffen eine Grundlage für den Umgang mit dem neuerlichen Shutdown der Schulen und Kitas.

Kernaspekt Arbeitszeitmodelle: Zwischen Flexibilität, Homeoffice und Schichtarbeit

Nie zuvor wurde die Notwendigkeit flexibler Arbeitszeitmodelle so deutlich wie in diesem Jahr. Auch Unternehmen, die bislang Modellen wie Gleitzeit, Gleittagen oder Jahresarbeitskonten gegenüber skeptisch waren, haben feststellen können, dass es das Leben aller Beteiligten im wahrsten Sinne erleichtert. Eine Zusammenstellung  unterschiedlicher Arbeitszeitmodelle und entsprechender Erläuterung haben wir hier für Sie aufgearbeitet. Schichtarbeit stellt in dynamischen Zeiten während eines Lockdowns oder des Weihnachtsgeschäfts eine besondere organisatorische Herausforderung für Unternehmen und Beschäftigte mit Betreuungspflichten dar. Welche Maßnahmen hier entscheidend sind und wie Unternehmen die Krisensituation durch Schichtarbeit gelöst haben, lesen Sie in diesem Beitrag.

Hochkonjunktur hatte im Zuge der Pandemie die Flexibilisierung des Arbeitsortes in Form des Homeoffice. Aus einer Maßnahme, die lange Zeit als Vorzeigemodell besonders moderner und flexibler Betriebe galt, wurde ein Krisenbewältigungsmodell für beinahe alle Branchen und an den Arbeitsplätzen, an denen Homeoffice prinzipiell ermöglicht werden konnte. Auch wenn im Falle mangelnder Betreuung mehr „Home“ als „Office“ stattfindet, geht der Weg dahin, Arbeiten von zuhause aus auch nach der Krise als  langfristige und strategisch eingesetzte Dauerlösung zu implementieren. Wie dies v.a. mit einem offenen Gespräch über die Wünsche und Erwartungen der Belegschaft wie auch der Unternehmensführung gelingen kann, stellen wir in diesem Beitrag vor.

Und jetzt? Am Ball bleiben!

Die guten Erfahrungen aus der ersten Welle im Frühjahr können und sollten Unternehmen und Beschäftigten jetzt unterstützen und ermutigen, sich nicht von den Herausforderungen eines zweiten Lockdowns überrollen zu lassen. Zur Inspiration finden Sie hier Praxisbeispiele von ausgewählten Unternehmen, die sich als „krisenfest“ erwiesen haben.

Über die akute Krisenbewältigung hinaus wird viel über die Langzeitauswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert. So ist bspw. oft von einer Retraditionalisierung der familiären Rollenbilder die Rede, die Sicherheit und Orientierung zu versprechen scheinen. Was an der These (nicht) dran ist, haben wir in diesem Beitrag diskutiert. Auch die Arbeitgeber sprechen sich mehrheitlich gegen eine Retraditionalisierung der Elternrollen und für aktive Väter aus, wie ebenfalls die Studie der PROGNOS AG belegt. Wie partnerschaftliche Lösungen in der Familie und durch überbetriebliche Vereinbarungen funktionieren, können Sie hier nachlesen.

Im Übergang zu einem „neuen Normal“ wird es für Unternehmen und Belegschaften darauf ankommen, die Veränderungen weiterhin genau zu reflektieren und die effektivsten Maßnahmen beizubehalten. Denn eine Maßnahme zur Krisenbekämpfung kann sich auch in normalen Zeiten als wertvoll erweisen. Wie relevant eine gelungene Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, hat das Jahr 2020 bewiesen – dass sie gerade auch unter Krisenbedingungen ihre Stärken zeigt, sollte Unternehmen und Beschäftigte mit der nötigen Zuversicht für 2021 erfüllen.

 

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